10 1/2 Monate alt

Hundebegegnungen
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Rüpelphase

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Hasch' mich,
ich bin der Frühling


Carla, die springende Feder, mit 11 Monaten
sie ist 65 cm groß und wiegt 30,7 kg

Die Versuchung - Ich will Spaß, ich geb' Gas!
zum Schmunzeln: "Mein Hund jagt immer Leute auf dem Fahrrad."
"Und was wollen Sie dagegen tun?"
"Ich werde ihm das Fahrrad wieder wegnehmen."

Im Alter von 8 Monaten erwachte bei Carla der Jagdtrieb. Von da an war nichts mehr vor ihr sicher - egal ob vierbeinig, zweibeinig, geflügelt oder mit Rädern. Von diesem Zeitpunkt an ging ich nur noch mit Adleraugen und langem Hals mit ihr spazieren, um jedwede mögliche Versuchung unbedingt vor ihr zu entdecken und ihre Jagdgelüste schon im Keim zu ersticken. - Und ich hatte Glück.

Nur gucken - nicht jagen!
Bereits beim Welpen hatte ich das ruhige Beobachten gefördert. Wenn ich Tiere sah, habe ich Carla leicht festhalten (Hand vor der Brust), so dass ich sie im Falle des Falles gleich packen konnte. Ein neugieriger, unternehmungslustiger Hund wird ja nicht gleich in Ruhe beobachten, sondern will erst mal da hin. Das dauert schon eine Zeit lang, bis er begriffen hat, dass nur Beobachtung angesagt ist. Geübt habe ich das erst mal an ungefährlichen Objekten, wie Katzen, Schafen oder Ziegen. Man kann auch in ein Wildgehege gehen oder in ein Freigehege. Dabei habe ich mich neben Carla gehockt und sie gelobt, wenn sie ruhig war. So kannte sie das schon, als der "Ernstfall" eintrat und wir dem ersten freilaufenden Reh begegneten. Wichtig ist, dass man auch beim Ernstfall ruhig bleibt und den Hund nicht unbewusst anstachelt. Denn wenn man dann nervös wird und versucht, den Hund schnell noch einzufangen, wird der Hund nur neugierig, was Frauchen da Interessantes entdeckt hat. Bleiben Sie cool.
Als nächste Stufe habe ich Carla gelobt und mit Leckerchen bestätigt, sobald sie ihren Blick von den Tieren weg zu mir wandte und wenn sie dann auf Ruf herankam, war die Freude natürlich ganz besonders groß. So kann man evtl. aufkeimende Jagdgelüste schon im Vorfeld mit positiven Methoden verändern (Change the association: "Oh - ein Reh! Schnell zu Frauchen, da gibt's Leckerchen/Spiel!"). Das ist jedenfalls schon mal eine gute Grundlage, falls später noch ein Anti-Jagd-Training notwendig sein sollte. Decken Sie den Brunnen nicht erst ab, wenn das Kind/der Hund bereits hinein gefallen ist!

Später, als Carlas Jagdtrieb erwachte, legte ich sie rechtzeitig an die Leine, wenn eine Versuchung nahte und etablierte erst mal als Warnung "Wag es!" und ein "Nein" als Verbot. Sobald sie sich danach wieder mir zuwandte, gab es natürlich SOFORT Jubel und Leckerchen. Dann habe ich am Gehorsam angesichts der Tiere gearbeitet. Nur gucken, ohne einen Ansatz zum Jagdverhalten zu zeigen, wurde belohnt. Gucken und auf "Sitz" reagieren wurde noch mehr belohnt. Gucken und auf "Platz" reagieren war dann schon einen Jackpot wert. Bald hatte Carla begriffen, dass jagen nicht o.k. ist und ich konnte die Leine meist weglassen. Nun wurde an "ungefährlichen" Objekten in Freifolge geübt: Schafe auf der Weide (hinter hundedichtem Zaun) und Vögel auf der Wiese, bei denen sie sowieso keine Chance hatte. An Pferden und Menschen führte ich sie nun am Leckerchenmagneten vorbei.

Nach und nach lernte Carla, ihre Jagdgelüste zu beherrschen. Stehenden Rehen konnte sie bald schon zusehen ohne gleich loszupreschen, so dass ich Zeit hatte, schnell ins Halsband zu greifen und eine Jagd zu verhindern. So hatte ich Gelegenheit, trotz der Rehe ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Natürlich wieder begleitet von Lob und Leckerchen. Langsam verknüpfte Carla: "jagdbare Objekte > bei Frauchen gibt es Leckerchen und viiiel Lob".

Und dann, als Carla gerade 11 Monate alt geworden war, kam der Ernstfall - just an jenem Bach, den man unten auf den Fotos sieht. Carla sah das Reh zuerst, das auch sofort davonlief. Carla "hallalii" hinterher. Ich rief - und Carla blieb doch wirklich stehen!
Aber sie war noch unentschlossen und überlegte: "Frauchen oder Reh??" aggressiv an der Leine Aggressionen gegen andere Hunde Unverträglichkeit mit gleichgeschlechtlichen Artgenosssen
Das Reh hat gewonnen. Die Verführung war einfach zuuu groß und Carla startete noch einmal durch. Probleme Rüden aggressives Verhalten Hunde aggressiv an der Leine Aggression gegen andere Hunde
Doch dann zog ich meinen Trumpf hervor: ich gab mit einer Hundepfeife das Supersignal, das ich in den letzten Wochen zusätzlich zu dem oben beschriebenen Training aufgebaut hatte - und - Carla bremste auf der Stelle, wirbelte herum und galoppierte in freudiger Erwartung zu mir zurück.
Dass dieser Erfolg entsprechend gefeiert wurde, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen!

Nun heißt es weiter zu üben, denn fertig ist man nie. Aber ein erster Erfolg ist jedenfalls schon mal da!

Wenn Carla auf meinen Rückruf die Jagd abbrach, gab es nun Lob und einen Jackpot
Befriedigte sie dagegen ihren Trieb, so nahm ich sie nach der Rückkehr kommentarlos an die kurze Leine und gestattete während der nächsten 2 Minuten kein Schnuppern mehr. Dabei wurde sie von mir komplett ignoriert.
Schluss mit Lustig.

Dieses Training mit dem Welpen/Junghund ist der erste Baustein, das Fundament, um den Hund am Wild kontrollierbar zu machen. Wer weitere Tipps sucht, wird bei meinem Anti-Jagd-Training sicher fündig.

Schöner Gassi gehen
Generell ist natürlich auch ein Bindungs-Training sehr wichtig. Sie sollten überwiegend alleine mit Ihrem Hund spazieren gehen und nur selten zusammen mit anderen, denn nur so kann ein Hund eine feste Bindung zu Ihnen entwickeln. SIE sind beim Hund, SIE sind wichtig, SIE sind interessant, bei Ihnen wird gespielt, bei Ihnen gibt es Futter. Wenn Sie doch mal zusammen mit anderen Hunden spazieren gehen, rufen Sie Ihren Junghund immer wieder aus dem Spiel zu sich, geben Sie ihm ein Leckerchen und lassen ihn wieder laufen.
- Fordern Sie Blickkontakt ein, bevor der Hund etwas für ihn Angenehmes bekommt (z.B. abgeleint werden, nach dem Ranrufen wieder durchstarten dürfen usw.)
- Machen sie verschiedene Übungen mit dem Junghund, lassen Sie sich etwas einfallen. Je mehr Sie von Ihrem Hund fordern, desto spannender werden Sie. Alles immer mit viel Enthusiasmus von Ihnen und Leckerlis für den Hund.
- Spielen Sie mit dem Hund. Aber nicht nur das Bällchen werfen, sondern auch rumzergeln oder gemeinsam verstreute Leckerlis suchen.
- Verstecken Sie Spielzeug und lassen Sie den Hund danach suchen
- Lassen Sie ihn über Mäuerchen, Steine oder Baumstämme balancieren, unter Bänken durchkriechen, Slalom laufen usw.
- Wenn der Hund frei läuft, kehren Sie öfter mal abrupt und kommentarlos um, biegen Sie ab oder verstecken Sie sich. Merkt Ihr Hund plötzlich, dass er alleine ist, wird er Sie suchen. Ist das ein paar mal passiert, wird er von sich aus besser aufpassen, wo Sie gerade sind.
Wenn von Ihnen nichts kommt, sucht der Hund sich seine Beschäftigung selbst - und geht jagen. Hetztrieb Jagdersatzspiele Abbruch Verhaltensabbruch Jagdtrieb Hunde Hund Jagdverhalten Futterbeutel Hundeerziehung Erziehung Hunden wildern wildernde Jagd Tipps Training jagen Jagdinstikt unerwünschtes Hovawart unterbinden Hetzen Wurfkette Hundepfeife Hundes


Carlas Animationsprogramm für Argus:
"Komm - spiel' mit mir!"

Ob Carla mit einem Springbock verwandt ist?
10 1/2 Monate alt

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Der Hovawart und die anderen Hunde - 5. Teil - "Rüpelphase"

Heranwachsende Rüden haben im Alter zwischen 7 Monaten und 2 Jahren ihre Rüpelphase in der sie gerne ihren "Marktwert“ über Schaukämpfe abschätzen. Sie lieben es nun, andere Rüden "unterzubuttern". Und dann kann es Frauchen oder Herrchen schon mal angst und bange werden. Aber das ist völlig normal und legt sich meist nach den ersten drei Lebensjahren wieder.

Der Testosteronspiegel beim Rüden ist in dieser Phase so hoch wie nie zuvor und später nie wieder in seinem Leben. Bei vielen Hunden bemerkt man diese Phase gar nicht, es sind aber auch, genau wie bei menschlichen "Halbstarken" echte Probleme möglich: Dominanzverhalten mit gesteigerter Aggressivität genauso wie Angst vor Dingen, die bisher kein Problem darstellten.

In dieser Phase hören die meisten Rüden auf, mit anderen Rüden zu spielen - sie werden geschlechtsreif. Fremde Hunde, die bisher freudig begrüßt wurden, werden jetzt manchmal angeknurrt. Ab diesem Alter wird der junge Rüde von anderen nicht mehr als Junghund angesehen, sondern muss ab jetzt lernen, sich wie ein erwachsener Hund zu benehmen.

Raufer erzieht man durch Raufen lassen
Lässt man den Jungrüden nun mit Gleichaltrigen kämpfen, gewinnt er evtl. Freude an diesen Kampfspielen und wird sie auch in Zukunft suchen.
Kritisch daran ist, dass ein so großer Hund wie der Hovawart dem anderen körperlich meist weit überlegen ist. Daher wird er nur selten von einem anderen Rüden in seine Schranken verwiesen und lernt somit nicht, sich unterzuordnen. Häufig entwickelt sich gerade in dieser Zeit bei Rüden ein Problemverhalten, bei dem das sich entwickelnde Monster jedem ihm begegnenden Rüden sofort aggressiv gegenübersteht, ihn anknurrt, und wenn man als Mensch nichts dagegen tut, irgendwann auf jeden Rüden "losgeht". Meistens verschwindet die in diesem Alter besonders hohe Aggressivität gegenüber Geschlechtsgenossen von allein wieder, aber in vielen Fällen wird sie auch immer stärker. Hunde lernen sehr rasch. Doch sie dürfen nicht lernen, dass Aggression funktioniert. Ein junger Hund darf nicht durch aggressives Verhalten Erfolgserlebnisse sammeln. Evtl. reichen schon ein oder zwei "Erfolge" aus, um das Verhalten zu verstärken. Wenn der Hund bisher gewonnen hat, wird die Wahrscheinlichkeit, dass er als erster angreift, immer größer, denn wer zuerst angreift, hat die besten Chancen, zu gewinnen. Beim nächten Mal greift er also noch schneller an ... Jeder gewonnene Kampf erhöht den Testosteronspiegel des Hundes, ist wie eine "Kerbe im Colt" und erhöht die Lust auf weitere Erfolge.

In dieser Zeit sollte man evtl. nur noch dosiert Hundekontakte zu älteren souveränen Hunden zulassen, wo der Jungspund auch mal einen Rüffel kassiert und sich nicht traut, den Großkotz zu spielen. Gerade Hovirüpel sind oft größenwahnsinnig und wenden die richtigen Zeichen einer Unterwerfung einem adulten Tier gegenüber einfach nicht an. Es wäre gut, wenn ein verträglicher souveräner Altrüde, der dem Rüpel notfalls auch körperlich gewachsen ist, ihm mal zeigt, wo der Hammer hängt. Leider sind solche Rüden dünn gesät. Solch ein gutes Alttier zeigt dem Rüpel dann mit deutlichem Körper-(nicht Schnauzen-)einsatz, dass es eine Unterwerfung und eine Rückenlage sehen will. Hat der Junghund das richtige Verhalten gelernt, wird er sich in Zukunft nach vielen anderen Zeichen für Unterwürfigkeit auch alleine auf den Rücken werfen, wenn der Ranghöhere das verlangt.

Probleme Rüden Also: Hundekontakte ja - aber kontrolliert und ruhig - und nur mit Hunden, wo man sicher sagen kann, dass es nicht zu Machtkämpfen kommt. Und man sollte unbedingt auch das ordentliche Vorbeigehen an anderen Hunden üben. SIE sollten für den Hund das Wichtigste auf diesem Erdball sein und nicht die anderen Hunde. Arbeiten Sie gerade jetzt intensiv an der Bindung. Ein tolles Spielzeug und Super-Leckerlis oder die Futtertube wirken dabei oftmals Wunder. Die Tube kann man mit verschiedenen Brotaufstrichen füllen, wie z.B. Frischkäse oder Leberwurst. Während Leckerlis schnell abgeschluckt werden, kann der Hund an der Tube lange nuckeln. Durch das Lecken an der Tube werden Hormone freigesetzt die den Hund beruhigen - ganz ähnlich wie beim Schnuller für Menschenbabys.
Dazu noch ein Tipp: Billiger, stabiler und reinigungsfreundlicher (Spülmaschine) geht es mit Salbenbehältern, die man in gut sortierten Apotheken bekommen kann. Diese sogenannten Unguator-Kruken oder Salben-Kruken gibt es in verschiedenen Größen.

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